Feministische Ökonomiekritik und Care

Vortrag und Diskussion mit Roswitha Scholz

Montag, 16.03.2015, 19:30 Uhr, Freiland Haus 2, Friedrich-Engels-Strasse 22, 14473 Potsdam

Nach einer langen Phase des Dekonstruktivismus, der vor allem in den 1990ern die feministische Theoriebildung dominierte, hat seit dem Krisenschub in der zweiten Hälfte der 2000er Jahre feministische Ökonomiekritik wieder an Fahrt gewonnen. Dabei stehen private und professionell erbrachte Care-Tätigkeiten heute wieder im Zentrum feministischer Beschäftigung. In dem Vortrag werden einige dieser Care- Konzepte kritisiert. Es wird dafür plädiert, die Abspaltung des Weiblichen vom (Mehr-)Wert als dem »prozessierenden Widerspruch« vorausgesetzten und mit ihm dialektisch verschränkten Basiszusammenhang zu betrachten, der schließlich zum Verfall des kapitalistisch-patriarchalen Systems führt. D.h., die »Abspaltung« kann einerseits nicht als vom (Mehr-)Wert abgeleiteter »Nebenwiderspruch« abgetan werden, wie es orthodoxe MarxistInnen und WertkritikerInnen gerne hätten. Andererseits kann „Care“ aber auch kein Ausgangspunkt für »Utopien« sein.

Roswitha Scholz, geboren 1959, Diplom-Sozialpädagogin, freie Publizistin und Redakteurin der Theoriezeitschrift EXIT!, diverse Zeitschriften-Publikationen. 2 Buchveröffentlichungen im Horlemann-Verlag, Berlin: Das Geschlecht des Kapitalismus. Feministische Theorien und die postmoderne Metamorphose des Kapitals und Differenzen der Krise – Krise der Differenzen.

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